Erfahrungsbericht zu STAF-Bewertungen

Erfahrungsbericht zu STAF-Bewertungen

Die Bewertung der stillen Reserven sollte vor Einreichung der Steuererklärung 2019 erfolgen

Im Rahmen der Steuerreform und AHV-Finanzierung (STAF) wurde die privilegierte Besteuerung von Statusgesellschaften auf kantonaler Stufe (Holding-, Domizil- und Verwaltungsgesellschaften) und auf Bundesebene (Prinzipalgesellschaften sowie Finance Branches) per Ende des Finanzjahres 2019 abgeschafft. Unternehmen die bis anhin von einem speziellen Steuerstatus profitieren konnten, müssen diesen verlassen und werden ab dem Finanzjahr 2020 ordentlich besteuert.

 

Um die sich daraus ergebende Schlechterstellung zu verringern, können die bis 2019 entstandenen stillen Reserven, einschliesslich des selbst geschaffenen Goodwills unter dem Steuerstatus aufgedeckt und das daraus resultierende Steueraktivum über die nächsten Jahre abgeschrieben werden. Alternativ können Unternehmen auch von einem reduzierten Steuersatz profitieren (weiterführende Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Blog vom 15. Februar 2019).

Stille Reserven
Stille Reserven entstehen aus der Differenz zwischen dem Verkehrswert und dem steuerlichen Buchwert eines Vermögenswerts oder einer Verbindlichkeit

 

Selbst geschaffener Mehrwert / Goodwill
Selbst geschaffener Mehrwert liegt vor, wenn der ermittelte Unternehmenswert (Marktwert) das buchwertige Eigenkapital inklusive stille Reserven übersteigt.

Um von den Übergangsbestimmungen profitieren zu können, sollte vor Einreichung der Steuererklärung 2019, der Bestand und Umfang der stillen Reserven sowie des selbst geschaffenen Goodwills bestimmt und den Steuerbehörden zur Bestätigung vorgelegt werden.

 

Praktische Erfahrungen bei der Bewertung

Seit der Annahme der Steuerreform haben sich die Anforderungen an die Herleitung der stillen Reserven respektive des selbst geschaffenen Goodwills seitens der Steuerbehörden konkretisiert. Unter anderem haben wir im Rahmen von STAF-Bewertungen folgende Herausforderungen identifiziert:

 

  • Die Bewertung hat basierend auf dem Wissensstand per Ende 2019 zu erfolgen. Dementsprechend sollten im Businessplan die Implikationen von COVID-19 noch nicht berücksichtigt sein. Bei der Bewertung im Rahmen von STAF ist deshalb auf eine konsistente Herleitung der Bewertungsparameter (Business Plan, Kapitalkosten und Multiples) zu achten.

 

  • Bei Bewertungen von Einzelgesellschaften innerhalb eines Konzerns werfen steuerspezifische Themen wie Transferpreise, Konzernfinanzierungen, internationale Gewinnallokation sowie allfällige Vorgaben seitens der Steuerbehörden verschiedenste bewertungstechnische Fragen auf.

 

  • Die Bewertung stiller Reserven muss im Rahmen von STAF ohne Berücksichtigung qualifizierter Beteiligungen und Immobilien erfolgen. Dementsprechend sind bei Intercompany-Beziehungen operative Cashflows und Formen von Konzernfinanzierungen wie Cash-Pooling etc. korrekt abzugrenzen und zu behandeln.

 

  • Bei Bewertungen zuhanden der Eidgenössischen Steuerverwaltung dürfen lediglich die Cashflows berücksichtigt werden, die innerhalb der geplanten Abschreibungsdauer anfallen (normalerweise 10 Jahre). Vor diesem Hintergrund ist die Werthaltigkeit kürzlich getätigter und geplanter Investitionen, die Entwicklung des Net Working Capitals, sowie die Modellierung der Cashflows über die gesamte Bewertungsperiode kritisch zu hinterfragen.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Identifikation und Bewertung stiller Reserven und der Ermittlung des selbst geschaffenen Goodwills bzw. den resultierenden Bewertungsfragen oder stehen Ihnen für eine Second Opinion zur Verfügung.

 

IFBC ist ein schweizweit führender Corporate Finance-Berater und führt seit über zwanzig Jahren Bewertungen von Unternehmen, Projekten und insbesondere auch materieller und immaterieller Vermögenswerte durch.

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IFBC Team

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