Unser M&A-Outlook 2021

Unser M&A-Outlook 2021

Nach einem deutlichen Rückgang im zweiten Quartal 2020 zeichnet sich eine Erholung ab

Im Zuge des wegen COVID-19 von starker Unsicherheit geprägten wirtschaftlichen Umfelds reduzierte sich das Transaktionsvolumen im zweiten Quartal 2020 stark, wie wir in unserem Blog „Reduzierte M&A-Aktivitäten 2020“ ausführlich dargestellt haben. Aber bereits im zweiten Halbjahr 2020 nahmen die Transaktionsaktivitäten wieder deutlich zu, was trotz der anhaltenden Unsicherheiten eine grundsätzlich optimistische Einschätzung hinsichtlich der M&A-Aktivitäten für das Jahr 2021 erlaubt.

 

Herausforderndes Umfeld für Transaktionen bleibt auch im ersten Halbjahr 2021 bestehen

Die COVID-19-Pandemie prägt die westliche Welt nach wie vor. Aktuelle Entwicklungen und Erwartungen legen nahe, dass lediglich eine wirkungsvolle Impfung im Zusammenhang mit COVID-19 eine Normalisierung überhaupt ermöglichen wird. Der Start der Verabreichung des Impfstoffes gegen COVID-19 weckte gegen Ende 2020 die Hoffnung auf eine baldige Normalisierung. Die Realität zeigt nun aber, dass mit einer raschen Normalisierung kaum zu rechnen ist.

 

Die steigenden Fallzahlen sowie die auftretenden COVID-19-Mutationen haben verschiedene Regierungen dazu bewogen, wieder neue einschneidende Massnahmen und Vorgaben zu erlassen. Damit einhergehend bestehen weiterhin wesentliche Unsicherheiten hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung im Allgemeinen sowie der Überlebensfähigkeit gewisser Geschäftsmodelle und Unternehmen im Speziellen. Mit Blick auf M&A-Transaktionen ergeben sich zusätzlich zu den Unsicherheiten auch Herausforderungen in Bezug auf die Transaktionsabwicklung, was längere Projektlaufzeiten zur Folge hat.

 

Gleichzeitig ist aber auch festzustellen, dass Unternehmen diese Unsicherheiten und Herausforderungen aufgrund ihrer Erfahrungen und angepassten Rahmenbedingungen heute besser bewältigen können als während der ersten Welle von COVID-19-Ansteckungen im Frühling 2020. Auch die finanziellen Auswirkungen sind heute besser abschätzbar, was die Visibilität für potenzielle Käufer erhöht.

 

Vieles deutet auf ein steigendes M&A-Volumen 2021 hin

Trotz der wirtschaftlichen Unsicherheit und den unternehmensspezifischen Herausforderungen sehen wir sowohl verkäuferseitig als auch käuferseitig Anzeichen für eine Erhöhung des Transaktionsvolumens im Jahr 2021, insbesondere bei weiter steigender Visibilität.

 

Verkäuferseitige Aspekte:

  • Gewisse Unternehmen geraten im aktuellen Umfeld finanziell und strategisch unter Druck ihre Aktivitäten zu fokussieren und die Liquidität zu stärken. Deshalb rechnen wir damit, dass im Rahmen von Restrukturierungen Desinvestitionen realisiert werden.
  • Im KMU-Bereich dürften sich von der Krise gezeichnete Eigentümer für mögliche Nachfolgelösungen und damit verbundene Unternehmensverkäufe offen zeigen.
  • Gleichzeitig gehen wir davon aus, dass die aktuellen Entwicklungen bzw. Unsicherheiten die Konsolidierung in gewissen Branchen beschleunigen wird.
  • Mit Blick auf das aktuell vorherrschende Bewertungsniveau scheinen Unternehmensverkäufe in den meisten Branchen weiterhin attraktiv, was entsprechend unterstützend wirken dürfte.

Käuferseitige Aspekte:

  • Viele potenzielle Transaktionen wurden sistiert bzw. verschoben. Gerade Unternehmen und Finanzinvestoren, die über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, werden eine Normalisierung nutzen, um entsprechende Transaktionen dennoch zu realisieren.
  • Im aktuellen Umfeld sind die Möglichkeiten für organisches Wachstum allenfalls limitiert, weshalb notwendige Wachstumsschritte über Unternehmenszukäufe realisiert werden.
  • Vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Änderungen im Kundenverhalten dürften etablierte Unternehmen den notwendigen Transformationsprozess auch über gezielte Akquisitionen unterstützen.
  • Gewisse Branchen (insb. Technologie und HealthCare) zeigen sich vom aktuellen Umfeld unbeeindruckt und folgen den Trends zu mehr Innovation und neuen Geschäftsmodellen.
  • Unter den potenziellen Käuferunternehmen dürften 2021 insbesondere auch viele Finanzinvestoren sein. Insbesondere Private-Equity Fonds verfügen über ausreichende finanzielle Mittel, um Plattform und Add-On-Investitionen vorzunehmen und zu wachsen.
  • Die nach wie vor günstigen Finanzierungsbedingungen werden die Realisierung von Transaktionen zusätzlich begünstigen.

Die Intensität der M&A-Aktivitäten dürfte in den einzelnen Branchen aber deutlich unterschiedlich ausfallen. Besonders ausgeprägt dürften die Transaktionstätigkeiten im disruptiven Technologiesektor sein, da sich in diesem Sektor bereits vor COVID-19 eine Konsolidierung abzeichnete und sich der Innovations- und Wettbewerbsdruck mit der Krise noch weiter verschärft hat.

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IFBC Team

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