Etablierung eines Rolling Forecasts – 4 Erfolgsfaktoren

Etablierung eines Rolling Forecasts – 4 Erfolgsfaktoren

Aufgrund der immer dynamischeren Marktentwicklungen haben viele erfolgreiche Unternehmen den traditionellen Budgetierungsprozess durch rollierende Forecasts ersetzt. Mit der konsequenten Ausrichtung der finanziellen Steuerung auf die zukünftigen Entwicklungen können Unternehmen proaktiver agieren und allfällig notwendige Massnahmen zur Erreichung der langfristigen Ziele frühzeitig einleiten. Für die erfolgreiche Etablierung eines Rolling Forecasts sind gemäss unserer Erfahrung insbesondere folgende vier Faktoren zentral:

 

1. Verankerung einer neuen Führungsphilosophie:

 

„The purpose of forecasting is not to predict the future but to influence it.”

 

Ein Forecast ist folglich kein Versprechen, dass das prognostizierte Ergebnis exakt erreicht wird, sondern eine möglichst realistische Einschätzung der zukünftigen Entwicklungen. Entsprechend sollten auch keine Abweichungen zu früher erstellten Planwerten beurteilt werden. Das Erklären von Planungsabweichungen ist ressourcenintensiv und hat nur einen eingeschränkten Nutzen für die Unternehmenssteuerung.

 

„Forecasting is a tool for strategic management and learning, not for control.”

 

Dieser wahrscheinlich zentralste Aspekt bei der Etablierung eines rollierenden Forecasts gilt es in der Führungskultur zu verankern.

 

2. Definition klarer Zielsetzungen als Orientierungsgrösse:     

Abgeleitet von der Strategie, den darauf basierenden strategischen Initiativen sowie den langfristigen finanziellen Zielsetzungen sind die wesentlichen Werttreiber zu quantifizieren. Diese Ziele sind in einem Top-down-Prozess durch das Management periodisch festzulegen und bilden die Orientierungsgrössen zur Beurteilung der aktuellen und prognostizierten Resultate der Gruppe und der entsprechenden Geschäftsbereiche. Wichtig erscheint uns in diesem Zusammenhang, dass der unternehmerische Gestaltungsraum auf den verschiedenen Führungsstufen durch das Ziel-Set nicht zu stark eingeschränkt wird.

 

3. Abstimmung des Designs des Rolling Forecasts auf das Geschäftsmodell:

Der Fokus des Forecastings ist konsequent auf die relevanten Werttreiber in den einzelnen Geschäftsbereichen zu legen. Für eher stabile oder nicht beeinflussbare Ertrags- und Kostenkomponenten sind Standardwerte einzusetzen. Durch die Konzentration auf die wesentlichen Einflussfaktoren gewinnen Unternehmen Agilität in der Planung. Verschiedene Zukunftsszenarien können zudem schnell und effizient umgesetzt werden. Schliesslich sind die Planungsfrequenz sowie der Planungshorizont des Rolling Forecasts auf das unternehmensspezifische Geschäftsmodell abzustimmen.

 

4. Etablierung eines effizienten Prozesses:

Die Erhöhung der Planungsfrequenz aufgrund der Rolling Forecasts muss mit einem effizient ausgestalteten Prozess unterstützt werden. Die Reduktion des Detaillierungsgrads mit Fokus auf die wesentlichen Werttreiber ist dabei eine zentrale Voraussetzung. Die bis anhin sehr ressourcenintensiven Verhandlungsrunden im Rahmen des traditionellen Budgetierungsprozesses können durch massnahmenorientierte Business Reviews ersetzt werden. Zur Sicherstellung einer hohen Prozesseffizienz ist eine integrierte Systemlösung von Vorteil, welche die einzelnen Organisationseinheiten bei der Erstellung eines Forecasts möglichst optimal unterstützt (z. B. mit Vorschlägen für Planwerte basierend auf Entwicklungen in der Vergangenheit oder durch ein effizientes Datenhandling).

 

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Christian Hirzel

Partner

christian.hirzel@ifbc.ch