Die M&A-Aktivitäten dürften auch im Jahr 2026 hoch bleiben

Der globale M&A-Markt hat sich 2025 deutlich erholt, das Gleiche trifft für den Schweizer Markt zu. Trotz anhaltender geopolitischer Spannungen und wirtschaftlichen Unsicherheiten war das Jahr 2025 im Mehrjahresvergleich ein sehr aktives Transaktionsjahr, sowohl in Bezug auf das Deal-Volumen als auch auf die Anzahl Transaktionen. Dies zeigt, dass sich die Marktteilnehmenden zunehmend an anspruchsvolle Rahmenbedingungen angepasst haben. Für 2026 erwarten wir ein weiter aktives Transaktionsumfeld, getragen von attraktiven makroökonomischen Rahmenbedingungen und strategischen Treibern.
Trotz geopolitischer Spannungen und wirtschaftlichen Unsicherheiten erreichte das Deal-Volumen in 2025 ein Niveau, das zuletzt im Jahr 2021 beobachtet wurde. Der Anstieg ist insbesondere auf mehrere Mega-Transaktionen zurückzuführen. Im Schweizer Markt wurden 2025 konkret vier Transaktionen mit einem Volumen von jeweils über CHF 10,0 Mrd. verzeichnet. Dies ist ein Wert, der in den vergangenen zehn Jahren nicht übertroffen wurde. Zu diesen Mega-Transaktionen gehört die Abspaltung und Veräusserung von Amrize durch Holcim mit einem Transaktionswert von rund CHF 27,5 Mrd. als grösste M&A-Transaktion in der Schweiz im Jahr 2025. Zudem gab es knapp 50 Transaktionen mit einem Volumen von über CHF 0,5 Mrd. (Gross-Transaktionen). Auch hier wurde das Niveau in den vergangenen zehn Jahren lediglich 2021 leicht übertroffen. Treibende Kraft waren sowohl die in der Schweiz gesunkenen Zinsen, welche die Finanzierung von grossen Transaktionen erleichterten, als auch klare strategische Überlegungen von Investoren:
Hinzu kam eine hohe Aktivität der PE-Investoren, insbesondere in der zweiten Jahreshälfte. So realisierte beispielsweise Ufenau Capital Partners im In- und Ausland 52 Transaktionen im Rahmen ihrer Buy-and-Build-Strategie. Die gesteigerte PE-Aktivität ist sowohl auf den zunehmenden Verkaufsdruck bei länger gehaltenen Portfolios als auch auf anhaltenden Investitionsdruck infolge hoher Dry-Powder-Bestände zurückzuführen. Dieses Momentum, gestützt durch die in 2025 gesunkenen Zinsen, begünstigte auch grössere PE-Transaktionen, wie etwa die Akquisition von Techem durch Partners Group (CHF 6,2 Mrd.).

Die Anzahl Transaktionen stieg im Vergleich zum Deal-Volumen weniger stark an. Im Jahr 2025 waren Schweizer Unternehmen entweder als Käufer, Verkäufer oder Zielgesellschaft an insgesamt 772 Deals beteiligt, mit einem aggregierten, offengelegten Transaktionsvolumen von über CHF 139 Mrd.
Mit 158 Transaktionen führte der Technologiesektor die Anzahl Transaktionen an, was den Trend der vergangenen Jahre fortsetzt. Treiber hierfür sind der technologische Fortschritt, insbesondere in den Bereichen KI, Cyber-Resilienz und Cloud-Modernisierung (vgl. 7 Megatrends des IFBC Technology Reports).
Der Gesundheitssektor verzeichnete hingegen den höchsten Transaktionswert, was angesichts der hohen Bedeutung der Schweizer Marktführer Roche und Novartis nicht überrascht. Grosse Deals waren unter anderem die Übernahmen von Avidity Biosciences (CHF 10,1 Mrd.) und Argo Biopharma (CHF 4,3 Mrd.) durch Novartis sowie von Zealand Pharma (CHF 4,6 Mrd.) und 89Bio (CHF 2,9 Mrd.) durch Roche.
Der starke Schweizer Franken erwies sich 2025 als klarer strategischer Vorteil für Schweizer Käufer und erhöhte deren Kaufkraft, insbesondere für grenzüberschreitende Akquisitionen. Insgesamt tätigten Schweizer Unternehmen 316 Transaktionen im Ausland. Gleichzeitig steigerte die hohe wirtschaftliche und politische Stabilität der Schweiz die Attraktivität Schweizer Zielgesellschaften für internationale Investoren: Ausländische Käufer erwarben 213 Unternehmen in der Schweiz, ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren. Im Vergleich dazu blieb die Transaktionsaktivität innerhalb der Schweiz mit 127 Deals moderat, auch im Mehrjahresvergleich.
Im Jahr 2025 wurden auch fast CHF 3,0 Mrd. Risikokapital in Schweizer Start-ups investiert, wobei Windward Bio, Climeworks, Distalmotion, GlycoEra und Auterion zusammen mehr als CHF 600 Mio. erhielten.
IFBC begleitete im Jahr 2025 insgesamt 11 Transaktionen in den Fokussektoren Energy, Industrials, Healthcare & Lifesciences, Technology und Financial Services. Davon entfielen 10 auf Mandate mit einer Schweizer Zielgesellschaft, bei einem aggregierten Transaktionswert von rund CHF 15,6 Mrd. Darunter befanden sich mehrere der bedeutendsten öffentlichen M&A-Transaktionen in der Schweiz, namentlich die Zusammenschlüsse von Baloise und Helvetia sowie Ina Invest und Cham Group, die Abspaltung von Ypsomed Diabetes Care AG sowie der Erwerb von Global Blue durch Shift4 respektive u-blox durch Advent.
Darüber hinaus unterstützte unser M&A-Team den Energiepionier naturenergie beim Erwerb des Schweizer Solarunternehmens Solan sowie RS Properties bei der Mehrheitsübernahme des Wellnessbereichs des Parkresorts Rheinfelden von Invision. Zudem stand IFBC dem Gründer und Eigentümer Prof. Dr. Janssen als exklusiver Financial Advisor bei zwei Verkäufen zur Seite: Dem erfolgreichen Verkauf von Finfox an die Chapters Group und der Ecofin Investment Consulting an die Vaudoise Versicherung. Schliesslich begleitete IFBC gemeinsam mit ihrem Globalscope-Partner das Unternehmen Burckhardt Compression bei der Übernahme des US-Serviceunternehmens ACT (Advanced Compressor Technology).
Die starke Marktposition von IFBC spiegelt sich auch in den aktuellen Rankings wider. Gemessen am Transaktionswert belegte IFBC im Jahr 2025 den 3. Rang in der Schweiz und rangierte mit 10 Transaktionen mit einer Schweizer Zielgesellschaft unter den Top 5 der aktivsten M&A-Berater.
Für 2026 wird im Schweizer M&A-Markt eine anhaltend hohe Transaktionsaktivität erwartet. Treiber dürften neben dem starken Schweizer Franken und der Attraktivität Schweizer Zielunternehmen, die seit 2025 gesunkenen Finanzierungskosten in der Schweiz sowie ein solides Bewertungsniveau sein. Trotzdem bleiben gewisse globale wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheiten bestehen.
Zusätzlich zu erwarteten Mega-Transaktionen der Schweizer Marktführer (z. B. Nestlé Water) und anstehenden Nachfolgeregelungen bei KMUs dürfte die M&A-Aktivität 2026 vor allem von folgenden Faktoren geprägt sein:
PE-Investoren bleiben weiter zentrale Marktteilnehmer. Mit Rekordreserven («Dry Powder») steht weiterhin erhebliches Kapital für gezielte Investitionen in attraktive Unternehmen zur Verfügung. Gleichzeitig steigt der Druck, bestehende Portfolios aktiv zu managen, was sowohl Add-on-Akquisitionen als auch Veräusserungen begünstigt.
Die verbesserten Rahmenbedingungen und sektorspezifischen Trends werden jedoch nicht zu einem breit abgestützten M&A-Boom führen. Obwohl sich die Marktteilnehmenden zunehmend an Unsicherheiten gewöhnen, ist die Investitionsdisziplin in den vergangenen Jahren gestiegen. Transaktionen erfolgen nicht allein aufgrund verfügbarer Liquidität und Finanzierbarkeit, sondern selektiv und aus Überzeugung. Im Fokus stehen weiterhin solide Geschäftsmodelle mit nachhaltigen Cashflows und klarer Eigenkapitalstrategie. Neben der Qualität der Zielgesellschaften bleiben auch ein gut vorbereiteter, professionell geführter M&A-Prozess und realistische Bewertungsvorstellungen entscheidend für den Transaktionserfolg. Entsprechend herausfordernder könnten M&A-Transaktionen in gesättigten Märkten mit wenig Wachstumspotenzial und geringen Margen werden. In diesen Fällen werden die Transaktionspreise weiter unter Druck geraten und die Anforderungen an die Transaktionsstrukturierung zunehmen.
Fazit
Der Schweizer M&A-Markt zeigte 2025, dass auch in einem anspruchsvollen Umfeld Transaktionen erfolgreich umgesetzt werden können. Gesunkene Finanzierungskosten erleichterten insbesondere grosse Transaktionen, während Unternehmen attraktive Wachstums-, Konsolidierungs- und Desinvestitionschancen nutzten. Für 2026 wird eine weiterhin hohe Aktivität erwartet, gestützt von anhaltend niedrigen Finanzierungskosten, technologischen Entwicklungen (insb. im Bereich KI) und zunehmenden Scale- und Scope-Deals sowie Kauf- und Verkaufsdruck von PE-Investoren. Der starke Schweizer Franken stärkt die Kaufkraft bei grenzüberschreitenden Transaktionen, während die hohe Attraktivität des Standorts internationales Interesse auf Verkäuferseite sichert. Jedoch erwarten wir, dass die Investitionsdisziplin hoch bleibt: Fokus liegt auf soliden Geschäftsmodellen mit nachhaltigen Cashflows. In gesättigten Märkten mit limitiertem Wachstums- und Margenpotenzial könnten Transaktionspreise unter Druck geraten, wodurch die Strukturierung komplexer Deals wichtiger wird.